Zwei Kooikerhondjes im Fährtenfieber

Was ist eigentlich eine Fährtenprüfung?

Wer einmal gesehen hat, wie ein Hund konzentriert mit tiefer Nase eine Fährte ausarbeitet, weiß: Das ist weit mehr als nur „Spur suchen“. Es ist Teamarbeit, Vertrauen und ganz viel Leidenschaft.

Bei einer Fährtenprüfung verfolgt der Hund mit seiner Nase eine zuvor gelegte Spur über ein Gelände, zum Beispiel über einen Acker oder eine Wiese. Dabei muss er konzentriert der Fährte folgen, Winkel sauber ausarbeiten und kleine Gegenstände finden und anzeigen. Es geht nicht um Tempo, sondern um Ruhe, Genauigkeit, Ausdauer und eine enge Zusammenarbeit zwischen Hund und Mensch.

Und genau das stand Mailo und Eames jetzt bevor.

KI-generierte Illustration zur Fährtenarbeit

Prüfungsstart bei Hitze, Staub und Spannung

Am Sonntag, dem 3. Mai 2026, war es wieder so weit: In unserem Schäferhundverein in Schneverdingen standen die nächsten Prüfungen an. Bei hochsommerlichen Temperaturen und auf einem staubtrockenen Acker hieß es für uns: volle Konzentration, gute Nerven und Nasenarbeit vom Feinsten.

Mitten in dieser staubigen Herausforderung stellten sich meine beiden Kooikerhondje-Jungs Mailo und Eames den Fährtenprüfungen.

Spontan entschieden – und sofort im Trainingsmodus

Eigentlich hatte ich gar nicht geplant, im Frühjahr mit beiden Jungs an den Start zu gehen. Doch vier Wochen vor dem Prüfungstermin wurde klar: Es fehlten noch Teilnehmer. Ohne weitere Starter hätte die Prüfung abgesagt werden müssen.

Also war die Entscheidung schnell getroffen: Wenn wir teilnehmen, dann natürlich in der Fährte!

Kurzfristig wurde das Training wieder aufgenommen. Und was soll ich sagen? Meine Jungs waren sofort wieder im Element. Obwohl sie über ein Jahr keine Prüfung mehr gelaufen waren, wussten sie ganz genau, worauf es ankommt. Nase runter, konzentrieren, Spur aufnehmen — der Fährtenmodus war wieder eingeschaltet.

Die Wahl der richtigen Prüfungsstufe

Nun blieb nur noch die Frage: Welche Prüfungsstufe passt zu welchem Hund?

Die FCI-IFH1 umfasst 800 Schritte, fünf Schenkel und drei Gegenstände. Als Schenkel bezeichnet man die einzelnen Teilstrecken einer Fährte. Ändert die Spur ihre Richtung, beginnt ein neuer Schenkel.

Die IFH2 ist bereits anspruchsvoller: 1.200 Schritte, sechs Schenkel und zusätzlich eine Verleitung, bei der kurz vor dem Absuchen eine fremde Person über die Fährte läuft.

Die IFH3 ist die höchste Stufe der Fährtenprüfung. Sie besteht aus 1.800 Schritten, acht Schenkeln, darunter ein Halbkreis, zwei spitzen Winkeln statt rechter Winkel und insgesamt sieben Gegenständen.

Da Mailo bereits alle drei Stufen erfolgreich bestanden hatte und bei uns ja bekanntlich der Spaß und das Dabeisein im Vordergrund stehen, sollte er noch einmal die FCI-IFH1 laufen. Eames hingegen war bereit für seine noch fehlende FCI-IFH3.

Mailo kämpft sich tapfer durch den Staub

Als Erster ging Mailo an den Start.

Die Bedingungen waren alles andere als leicht. Die Sonne brannte, der Acker war trocken und staubig, und die Hitze machte ihm ordentlich zu schaffen. Doch Mailo gab nicht auf. Schritt für Schritt arbeitete er sich tapfer durch die Fährte.

Vielleicht war es nicht seine leichteste Fährte, aber genau deshalb war ich so stolz auf ihn. Mailo hat gekämpft, durchgehalten und gezeigt, dass man auch an schwierigen Tagen Großes leisten kann.

Trotz der schwierigen Bedingungen zeigte er Durchhaltevermögen, Konzentration und Kampfgeist. Für mich war er in diesem Moment schon ein echter Held. Am Ende hatte er es geschafft: Mailo bestand die FCI-IFH1 erfolgreich.

Eames liefert den großen Auftritt

Zum Schluss war Eames an der Reihe — offiziell Eros Eames von der Auenwolke.

Inzwischen war es noch wärmer geworden, und die Bedingungen waren sicher nicht einfacher. Doch Eames zeigte einmal mehr, was in ihm steckt. Vom ersten Moment an war er voll bei der Sache. Konzentriert, sicher und mit beeindruckender Ruhe arbeitete er die Fährte aus.

Es gibt diese Momente, in denen man einfach nur danebensteht, zuschaut und innerlich platzt vor Stolz. Genau so ein Moment war Eames’ Fährte.

Es war einfach großartig anzusehen. Für mich war das der absolute Hammer!

Mit fantastischen 98 von 100 Punkten und ganz viel Lob vom Richter bestand Eames die FCI-IFH3 mit Bravour.

Stolz auf zwei großartige Jungs

Was für ein Tag!

Mailo hat sich tapfer durch seine Fährte gekämpft und seine FCI-IFH1 erfolgreich bestanden. Eames hat mit einer beeindruckenden Leistung in der höchsten Fährtenstufe geglänzt und die FCI-IFH3 mit 98 Punkten gemeistert.

Beide waren an diesem Tag meine Helden — jeder auf seine ganz eigene Art.

Ich bin unglaublich stolz auf meine beiden Jungs. Sie haben gezeigt, wie viel Freude, Teamarbeit und Leidenschaft in der Fährtenarbeit steckt.

Solche Tage bleiben im Herzen — nicht nur wegen der bestandenen Prüfungen, sondern wegen all der kleinen Momente, in denen aus Training, Vertrauen und Teamarbeit etwas ganz Besonderes wird.

Liebe Grüße
von Petra Nehls, Eames und Mailo

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